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Hymnus

„Hymnus“ ist ein Zyklus bekannter Choralmelodien in sieben Bildern nach Paul-Gerhardt-Texten.
Die Choralfantasien bedienen sich hauptsächlich bekannter Originalmelodien. Die Idee des Projektes ist es, die ursprünglichen Gedichte Gerhardts den Melodien der späteren Vertonungen durch die Kantoren der Nikolaikirche in Berlin, Johann Crüger und Johann Georg Ebeling, gegenüber zu stellen. Es sind aber auch Choralfantasien über Texte und Melodien von Zeitgenossen Gerhardts, wie Georg Neumark oder Martin Rinckart zu hören, um das Werk Gerhardts in den Kontext seiner Zeit zu stellen.
Alle Choralfantasien sind programmatisch angelegt, d.h. sie versuchen ähnlich einer heutigen Filmmusik, die Stimmungen der Lieder Gerhardts einzufangen und durch das gesprochene Wort zu verstärken.

Gedanken des Komponisten Christian Sprenger

 

Der Choral ist ein besonderer Schatz unserer Kulturgeschichte. Die Nähe zwischen ihm und dem volkstümlichen Liedgut ist eng und einzigartig. Nicht ohne Grund gibt es im deutschen Kulturraum den Begriff des geistlichen Volkslied. Dabei denkt man natürlich automatisch an die bis heute gern gesungenen Lieder Paul Gehardts wie „Geh aus mein Herz“ oder „Nun ruhen alle Wälder“. Gleichzeitig entwickelt jedoch ein Komponist wie J.S. Bach daraus eine Kunstform, deren Regeln bis heute in der Musik gelten und eine ästhetische Größe darstellen.
Für mich persönlich ist jedoch ein weiterer Aspekt in der Entwicklung des Chorals entscheidend. Es ist die emotionale Wirkung dieser Musik und deren Texte auf die Menschen.

Es ist überliefert, das nach der Schlacht bei Leuthen (1752), die siegreichen Preußen überwältigt von diesem unverhofften Sieg keine andere Möglichkeit fanden Ihrer Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen, als den Choral „Nun danket alle Gott“anzustimmen.
Ähnliches ereignete sich 1955 in Friedland als die letzten Kriegsgefangenen des 2. Weltkrieges nach Jahren des Leid und der Entbehrungen auf Ihre Familien trafen.

Ich selbst verbinde mit Chorälen seit jeher spezifische Bilder und Stimmungen, ja sogar ganze Geschichten. Die Idee, diesen Chorälen neben ihrer ursprünglichen liturgischen Aufgabe einen eigenen musikalischen und programmatischen Raum zu geben, war entscheidend dieses Projekt in Angriff zu nehmen.
Ich freue mich daher außerordentlich, dass es Siegmund Goldhammer mit seinem Arrangement gelungen ist meine Musik der Sächsische Bläserphilharmonie regelrecht auf den Leib zu schreiben.

Die Sächsische Bläserphilharmonie unter der Leitung von Thomas Clamor steht als sinfonisches Blasorchester in bester Tradition der Harmoniemusiken Mozarts und Mendelsohns und ist daher ein idealer Partner ein solches Projekt sinfonisch um zu setzten.